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Leitfaden zu Spritzgussstählen: P20, H13 und S136 im Vergleich

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Der entscheidende Faktor im Kunststoffspritzgussverfahren ist nicht der Kunststoff oder gar die Spritzgießmaschine – es ist die Form selbst. Der Werkzeugbau stellt eine erhebliche Anfangsinvestition dar, und die Wahl des Formstahls hat direkten Einfluss auf die Lebensdauer der Form, die Qualität Ihrer Kunststoffteile und Ihre Gesamtkapitalrendite (ROI).

Wählen Sie einen zu weichen Stahl, und Ihre Form wird schon vor Ende der Produktion verschlissen sein. Wählen Sie einen unnötig harten Stahl, und Sie zahlen zu viel für den Werkzeugbau und verlängern Ihre Vorlaufzeiten.

In diesem umfassenden Leitfaden vergleichen wir die drei in der Branche am häufigsten verwendeten Spritzgussstähle – P20, H13 und S136 – und helfen Ihnen dabei, die kostengünstigste Lösung für Ihr nächstes Fertigungsprojekt zu finden.

Warum die Wahl des Formstahls entscheidend ist

Der Stahl, aus dem die Kavität und der Kern Ihrer Spritzgussform gefertigt werden, hat Einfluss auf mehrere entscheidende Aspekte der Produktion:

  1. Standzeit (Lebensdauer): Härtere Stähle halten Millionen von Spritzzyklen stand, ohne an Maßgenauigkeit einzubüßen.
  2. Teilqualität und Oberflächenbeschaffenheit: Bestimmte Stähle lassen sich auf Hochglanz polieren, was für optische Bauteile oder hochglänzende Konsumgüter unerlässlich ist.
  3. Zykluszeit: Hochwertige Stähle mit optimaler Kühlkanalauslegung leiten die Wärme schneller ab, wodurch sich die Zeit verkürzt, die das Kunststoffteil zum Abkühlen und Auswerfen benötigt.
  4. Korrosions- und Verschleißfestigkeit: Abrasive Kunststoffe (wie glasfaserverstärktes Nylon) oder korrosive Kunststoffe (wie PVC) führen bei Standardstahl schnell zu Schäden, sodass spezielle Stahlsorten erforderlich sind.

Die großen Drei: P20 vs. H13 vs. S136

1. P20-Stahl: Das Arbeitstier der Branche

P20 ist ein vorgehärteter, niedriglegierter Werkzeugstahl. Er ist der am häufigsten verwendete Werkstoff für Allzweck-Spritzgussformen.

  • Härte: Wird in der Regel vorgehärtet auf 28–32 HRC (Rockwell-Härte) geliefert.
  • Vorteile: Da P20 relativ weich ist, lässt es sich einfach und schnell bearbeiten. Es erfordert keine Wärmebehandlung nach der Bearbeitung, wodurch die Werkzeugkosten niedrig und die Vorlaufzeiten kurz bleiben.
  • Am besten geeignet für: Mittlere Produktionsmengen (bis zu 300.000 – 500.000 Schuss). Die Maschine eignet sich ideal für gängige, nicht abrasive Kunststoffe wie ABS, PP, PC und PE.

2. H13-Stahl: Der Champion in Sachen Produktionsvolumen

H13 ist ein vielseitiger Chrom-Molybdän-Werkzeugstahl für die Warmumformung. Er ist so konzipiert, dass er extremer thermischer Ermüdung und mechanischer Beanspruchung standhält.

  • Härte: Das Material wird in einem weicheren Zustand bearbeitet und anschließend einer Vakuumwärmebehandlung unterzogen, um eine Härte von 48–52 HRC zu erreichen.
  • Vorteile: Außergewöhnliche Verschleißfestigkeit und Zähigkeit. Das Material verformt sich auch unter hohen Einspritzdrücken nicht und gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb über mehr als 1 Million Spritzzyklen (SPI-Klasse-101-Form).
  • Am besten geeignet für: Massenproduktion in großen Stückzahlen. Dies ist die erste Wahl, wenn Sie abrasive Werkstoffe wie glasfaserverstärkte Kunststoffe (z. B. PA66+GF30) spritzen.

3. S136-Stahl: Der Meister der Glätte und Reinheit

S136 ist ein hochwertiger martensitischer rostfreier Werkzeugstahl. Er ist bekannt für seine außergewöhnliche Reinheit und Rostbeständigkeit.

  • Härte: In der Regel auf 48–52 HRC wärmebehandelt.
  • Vorteile: Da das Material rostfrei ist, korrodieren die Kühlkanäle im Laufe der Zeit nicht, wodurch eine gleichbleibende Kühlleistung gewährleistet ist. Noch wichtiger ist, dass S136 eine äußerst gleichmäßige Mikrostruktur aufweist, wodurch es zu einer makellosen, spiegelglatten Oberfläche in optischer Qualität (SPI A-1 oder A-2) poliert werden kann.
  • Am besten geeignet für: Optische Komponenten (Linsen, Lichtleiter), medizinische Geräte, transparente Kunststoffe (PMMA, transparentes PC) und korrosive Kunststoffe wie PVC oder POM.

B2B-Technikdaten: Vergleichstabelle für Formstahl

StahlsorteHärte (HRC)BearbeitbarkeitErwartete Standzeit (Schüsse)Am besten geeignet für / Typische Kunststoffe
P2028 – 32Hervorragend (kostengünstig)100,000 – 500,000Allzweckgehäuse (ABS, PP, PS)
H1348 – 52Befriedigend (erfordert Wärmebehandlung)1,000,000+Schleifharze, glasfaserverstärkte Kunststoffe, große Stückzahlen
S13648 – 52Gut (Edelstahl)1,000,000+Medizinische Teile, optische Teile, transparentes PC/PMMA, korrosive Kunststoffe
Aluminum (7075)~150 HBSehr schnell (am günstigsten)1,000 – 10,000Schnelle Prototypenentwicklung, Kleinserien
Formstahl
Formstahl

3 wichtige Faktoren bei der Auswahl Ihres Werkzeugstahls

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Stahl Sie in Ihrer nächsten Angebotsanfrage (RFQ) angeben sollen, sollten Sie diese drei Faktoren berücksichtigen:

  1. Wie hoch ist Ihr Gesamtproduktionsvolumen? Wenn Sie nur 50.000 Teile benötigen, um den Markt zu testen, ist es reine Geldverschwendung, einen Aufpreis für eine Form aus H13-Stahl zu zahlen. P20 (oder sogar Aluminium) reicht aus. Wenn Sie planen, innerhalb von drei Jahren 2 Millionen Einheiten zu verkaufen, ist H13 unerlässlich, um Ausfallzeiten aufgrund von Formreparaturen zu vermeiden.
  2. Enthält Ihr Kunststoff Additive? Glasfasern, Kohlefasern und Flammschutzmittel sind äußerst abrasiv. Beim Durchfließen der Form wirken sie wie Schleifpapier. Wenn Ihr Kunststoff einen hohen Glasfaseranteil aufweist, müssen Sie gehärteten Stahl wie H13 verwenden, um vorzeitigen Verschleiß an den Angussstellen und Angusskanälen zu verhindern.
  3. Welche Oberflächenbeschaffenheit benötigen Sie? Wenn Sie eine hochglänzende Oberfläche oder absolute Transparenz benötigen, können Sie P20 nicht verwenden. Sie müssen einen hochwertigen Edelstahl wie S136 oder NAK80 angeben.

Vertrauen Sie auf BFY Mold, wenn es um Präzisionswerkzeuge geht

Um die richtige Entscheidung hinsichtlich der Werkzeugherstellung zu treffen, müssen die Anschaffungskosten gegen die langfristige Produktionseffizienz abgewogen werden. Bei BFY Mold beschränken wir uns nicht nur auf das Spritzgießen von Kunststoffen – wir sind Meister im Werkzeugbau mit über 20 Jahren Erfahrung in der Herstellung maßgeschneiderter Formen.

  • Eigene Werkzeugfertigung: Wir fertigen alles im eigenen Haus mit hochwertigen 5-Achsen-CNC- und EDM-Maschinen und gewährleisten dabei enge Toleranzen bis hinunter zu ±0,005 mm.
  • Transparente Stahlbeschaffung: Wir verwenden ausschließlich authentischen, zertifizierten Formstahl (wie z. B. LKM-Standardgrundplatten und Original-Stahleinsätze von ASSAB/Schmolz+Bickenbach), um die Standzeit der Werkzeuge zu gewährleisten.
  • Maßgeschneiderte Lösungen: Von kostengünstigen und schnell herzustellenden Prototypenformen aus Aluminium bis hin zu SPI-Klasse-101-konformen, gehärteten H13-Serienformen – wir passen die Werkzeuge genau an Ihr Budget und Ihr Produktionsvolumen an.
Spritzgussform
Spritzgussform

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage 1: Was ist der Unterschied zwischen den Stahlsorten P20 und 718H?

718H ist im Wesentlichen eine verbesserte Version von P20. Es weist einen etwas höheren Legierungsanteil (Nickel) auf und ist etwas stärker vorgehärtet (33–38 HRC). Es lässt sich besser polieren und bietet eine längere Standzeit als Standard-P20, was es zu einer beliebten Option im mittleren Preissegment macht.

Frage 2: Wie viel kostet ein Spritzgusswerkzeug aus Stahl?

Die Kosten variieren stark je nach Größe des Teils, Komplexität (Hinterschneidungen, Schieber) und dem gewählten Stahl. Eine einfache P20-Form für ein kleines Teil kann zwischen 3.000 und 5.000 US-Dollar kosten, während eine komplexe, gehärtete H13-Form mit mehreren Kavitäten zwischen 15.000 und über 50.000 US-Dollar kosten kann.

Frage 3: Kann eine beschädigte Stahlform repariert werden?

Ja. Wenn eine Stahlform Kratzer oder Abnutzungsspuren aufweist oder eine Konstruktionsänderung erforderlich ist, lässt sich der Stahl oft durch Laserschweißen oder WIG-Schweißen reparieren. Der betroffene Bereich wird mit einem passenden Schweißdraht verschweißt und anschließend mittels CNC-Bearbeitung oder Elektroerosion wieder auf seine ursprünglichen Abmessungen gebracht.

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